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Never study. Always experience.

Warum wir nie wieder pauken müssen!

Die Zukunft des Lernens liegt im Erleben. Warum das so ist und warum der schnellste Umsetzer von fokussiertem, erlebnisbasiertem Lernen eine Revolution anführen wird, findest du hier zusammengefasst. Alles beginnt mit dem Transferproblem.

 

85 Prozent wenden Lerninhalte nicht an: Das Transferproblem

In den meisten Fällen kann Neues nicht nachhaltig gelernt werden. Schon kurz nach einer Lerneinheit vergessen wir viel zu viel vom gerade gehörten oder gelesenen Skillset und Mindset – und beides wäre vollständig notwendig, um die neuen Fähigkeiten zu meistern. Wissenschaftler und international anerkannter Experte für Evaluation und Lerneffektivität Robert Brinkerhoff weist 2016 nach: Nur 15 Prozent aller Lernenden können gerade neu erlernte Skills anwenden, 70 Prozent versuchen sie anzuwenden, verfallen aber wieder in alte Muster und 15 Prozent können neu Erlerntes nicht anwenden. Dass das in unterschiedlichsten Situationen zu groben Problemen führen kann, ist einleuchtend.

 

Hochregulierte Industrien leiden am meisten

Besonders deutlich wird das in der hochregulierten Industrie der pharmazeutischen Herstellung. Cleanroom-Operator etwa müssen sich während ihrer oft mehrstündigen Einsätze an eine Unzahl von Regeln halten und trotzdem fokussiert und effizient arbeiten. Wird eine Armbewegung zu schnell ausgeführt, können Luftverwirbelungen zu Keim-Belastung führen, werden Oberflächen nicht mit der richtigen Wischtechnik desinfiziert, werden auch diese zur Gefahr für Produktion, Produkt und – im schlimmsten Fall – Patientenleben. Zwei Beispiele, die verdeutlichen sollen, wie sehr die hochregulierten Industrien gutes Training brauchen. Ein Cleanroom-Operator muss das hundertprozentig fokussierte Skillset haben, das es braucht, um die Abläufe im Reinraum korrekt durchzuführen und er braucht ein Mindset, das ihm hilft, etwa mit Nervosität bei Zwischenfällen oder Müdigkeit bei langen Einsätzen umzugehen. Heutige Lehrmethoden – vom E-Learning, bis zur Übungsanlage – können eine solche Ausbildung aber nicht leisten.

Die pharmazeutische Produktion aus unserem Beispiel hat deshalb auf der ganzen Welt immer wieder die gleichen Probleme: Qualitätsverlust – was zur Vernichtung von unsicheren Chargen führt, Produktions-Stillstände aufgrund von Zwischenfällen, Personalmangel, weil gute Mitarbeiter zur Ausbildung eingesetzt werden müssen und vielleicht am gravierendsten: Ein schlechtes Verhältnis zur lokalen Gesundheitsbehörde. Von FDA und Co. hängt ab, ob eine Produktion weitergeführt werden darf oder nicht, deswegen dürfen bei den regelmäßigen Überprüfungen keine Mängel festgestellt werden.

100 Prozent wenden Lerninhalte an: Wie schaffen wir das?

Das Ziel von modernem Training muss aus unserer Sicht sein: 85 Prozent können neu erlernte Fähigkeiten anwenden und die restlichen 15 Prozent können dies mit Wiederholung. Am Ende sollen annähernd 100 Prozent Skillset und Mindset gelernt, aufgenommen und internalisiert haben, um es selbstsicher anzuwenden. Wir sind heute an einem Punkt, an dem wir mit großer Sicherheit sagen können, dass dieses Ziel in Reichweite liegt. Warum? Einen Teil der Antwort haben wir bereits seit den 1940er Jahren – seit Lern-Forscher Edgar Dale mit dem Kegel der Erfahrung deutlich machte, wie der Mensch im Allgemeinen am besten lernt. An wieviel erinnern wir uns nachdem wir einen Text gelesen haben? Dales Forschung zeigt: Nicht einmal 10 Prozent. Wenn wir etwas hören, sind es 20 Prozent, wenn wir etwas sehen und hören 50 Prozent, wenn wir selbst etwas sagen, erinnern wir uns zu 70 Prozent daran. Möchten wir uns etwa zu 90 bis 100 Prozent an etwas erinnern, bleibt laut Dale nur eines: „Doing the real thing“. Heute wissen wir aber, um wirklich zielgerichtet zu lernen, müssen wir auf eine besonders fokussierte Weise „the real thing“ tun. Dazu braucht es mehr: Zum Beispiel eine vollkommen sichere Trainingsumgebung, keine Möglichkeit zur Ablenkung, absoluten Fokus – und viele weitere Merkmale. Diese neue Art des Lernens und Trainings trägt den Namen DeepTraining.

DeepTraining heißt: Fokussierte, zielgerichtete Erfahrungen machen

Um das von Edgar Dale Versprochene einzulösen ist also folgendes notwendig: Ein fokussiertes erfahrungsbasiertes Training in Skillset (Was ist im Schlüsselmoment zu tun) und Mindset (Welche Prinzipien muss ich im Schlüsselmoment beachten). Wie können wir das umsetzen?

 

Sprechen wir zuerst über den Teil erfahrungsbasiert und beachten dabei die Phänomene der simulierten Erfahrung und der Präsenz. Die Technologie der Virtuellen Realität erlaubt es heute, Simulationen herzustellen, die ausreichend realistisch wahrgenommen werden. Ausreichend heißt im Lernkontext: Das Gehirn kann nicht mehr zwischen Erfahrungen der Simulation und Erfahrungen der Realität unterscheiden. Dies ist möglich, wenn Mittel der VR-Technik, Techniken der Psychologie und der Inszenierung geschickt genutzt werden, um wirklich glaubhafte Szenarien zu simulieren. Die Präsenz bezeichnet das Gefühl, hier zu sein, hier in diesem Fall in der Realität der Simulation. Ein Gefühl, das schwer für jemanden zu verstehen ist, der Virtual Reality nicht in wirklich hochwertiger Ausführung erlebt hat.

 

Das heißt erfahrungsbasiertes Lernen: Wir machen Erfahrungen im simulierten Raum, die das Gehirn als echte Erfahrungen speichert und uns so ohne tatsächlichen Einsatz in der Realität zu erfahrenen Mitarbeitern – nehmen wir das vorige Beispiel – der pharmazeutischen Produktion macht. Hier spielen viele Details im Trainingsdesign gewichtige Rollen – vom richtigen Spannungsaufbau bis zur akkuraten Umsetzung einer sinnvollen Lernumgebung – die an dieser Stelle zu umfangreich wäre. Diese Details führen zur zuvor angesprochenen Fokussiertheit solcher Trainings – in der Simulation können wir entscheiden, was erlebt wird und so wird nur das erlebt, was wirklich notwendig ist, um eine Fähigkeit zu erlernen. Ohne jede Ablenkung.

 

Wir werden durch erleben sehr viel lernen können

Durch das Erleben von Lerninhalten wird es uns in Zukunft möglich sein, wesentlich effizienter zu lernen. Wir werden viel mehr Schlüsselmomenten unserer Arbeitswelt und unseres Lebens selbstbewusst entgegentreten können – im Wissen, bereits Erfahrung zu haben. Die simulierte Erfahrung des DeepTrainings ist zur Aneignung von Skillset und Mindset auf vielen Gebieten besser geeignet als jede andere Lernform. Deswegen werden wir alle in Zukunft viel weniger pauken müssen und viel mehr erleben.

 

Wenn du mehr zum DeepTraining Ansatz von Innerspace wissen möchtest, sprich gerne mit uns.